Das Herrenhaus von Padure liegt im Kurland, dem westlichen Teil Lettlands. Es ist etwa 5 km von Kuldiga, ca. 50 km von der Hafenstadt Ventspils und rund 167 km von der lettischen Hauptstadt Riga entfernt.

Rund 200 m vom Haus entfernt befindet sich ein großer Teich. Unweit fließt die Venta, der größte Fluß Kurlands. Die Venta bietet den breitesten Wasserfall (249 m) in Europa.

Das Haus wurde im Jahr 1837 von John Lowis Balfour gekauft. Er ordnete einen Neubau an. So ist davon auszugehen, dass das eigentliche Baujahr des Gebäudes das Jahr 1840 ist. Dafür sprechen auch Stilistik der Baukomponenten und Größe des Hauses.

Das Haus hat nie einen großen Umbau erlebt. Es ist bis heute in seiner ursprünglichen Form erhalten, auch die Innenausstattung und bauliche Details. Das Haus ist ein einzigartiges Beispiel für die Baukunst des 19. Jahrhunderts.
Den architektonischen Wert des Haus untermauert auch die Innendekoration aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert sowie des frühen 20. Jahrhunderts. Die Gesamtfläche des Hauses beträgt 960,7 qm, die Nutzfläche beläuft sich auf 838,9 qm. Das Grundstück umfasst 2,33 ha.

Das Herrenhaus hat ein Sockelgeschoss, Parterre und ein Obergeschoss. Das Sockelgeschoss hatte ursprünglich 12 Zimmer, den Keller, eine Speisekammer, Zimmer für Waschmagd, Zimmermädchen, Hausmädchen, Diener, Gärtner sowie Wäscherei, Weinkeller, Küche und einen ungenutzten Raum.
Die mittlere, auch Herrenetage genannt, hatte ebenfalls 12 Zimmer. Die Vorhalle des Gebäudes war dunkelgrau und hatte einen braunen Lederboden. Auf der linken Seite befand sich ein in grünen Tönen gehaltener Raum, der als Gästezimmer diente. Von hier aus gehend folgte das in gelben Tönen gehaltene Schreibzimmer der Hausdame und dann ein Eckzimmer, das Herrenschlafzimmer. Ein weiteres Eckzimmer, hinter dem kleinen Treppenhaus diente als Speisekammer. Das in weissen Tönen gehaltene Nebenzimmer diente als Esszimmer. Hier ist der Geschirrschrank, ein dunkelbrauner Wandschrank noch erhalten.
Vom Esszimmer aus kann man den Saal betreten. Die Wände sind in hellblau gehalten und mit feinen Goldverzierungen durchzogen. In den Ecknischen befinden sich zwei runde Öfen. An der Decke befinden sich zwei dekorative Kronleuchter. Der Saal ist mit Seide überzogenen Holzmöbeln ausgestattet. Neben dem Saal befindet sich das in Rottönen gehaltene Kaminzimmer. Der weisse Kachelofen ist leider entfernt worden. Vom Kaminzimmer aus betritt man ein anderes Eckzimmer, das in braunen Tönen gehaltene Herrenkabinett. Hinter dem Treppenhaus befindet sich ein weiteres Eckzimmer, das in Goldtönen gehaltene Diwanzimmer. Daneben folgt das in federgrau gehaltene Blumenzimmer, ihm schließt sich das dunkelblaue Spielkartenzimmer an, von hier aus gelangt man wieder in die Vorhalle. Die Gäste wurden im Obergeschoss untergebracht.

Neben dem Herrenhaus befindet sich ein 2 ha großer Park und ein Obstgarten.